Thursday, August 28, 2014

Russische Wikipedia protestiert gegen Zensur-Gesetz

Juli 12, 2012 von  
Eingetragen bei Internet

Es ist ja in der Vergangenheit schon einige Male vorgekommen, dass Wikipedia durch das Abschalten seiner Webseite für das betroffene Land gegen geplante Gesetze protestiert hat, die von welchen sie der Meinung waren, dass sie die Freiheit im Internet einschränken. Auch die deutsche Wikipedia war in der Vergangenheit bereits davon betroffen. Nun fand eine solche Aktion in Russland statt. Wikipedia hat seine dortige Seite für 24 Stunden vom Netz genommen, weil die Duma, das russische Parlament, ein Gesetz beschließen will, das eine Zensur im Internet zur Folge hätte. Dabei soll es sich um eine Sperrliste von Seiten handeln, die illegale oder kriminelle Inhalte aufweisen, beispielsweise Kinderpornografie oder Seiten, die Drogenkonsum fördern, extremistische Inhalte aufweisen, auf denen sich Anleitungen zum Suizid finden oder wo Werbung für illegale Medikamente gemacht wird. Um solche Seiten für den Zugriff aus Russland zu sperren, soll es dann eine zentrale Sperrliste geben, die von einer noch einzurichtenden Behörde verwaltet werden soll. Diese teilt den Providern dann mit, dass sie bestimmte illegale Inhalte sperren sollen, wozu die Provider dann verpflichtet sind. Der Zugriff auf die betroffenen Inhalte kann dabei sowohl durch DNS- als auch durch IP-Sperren umgesetzt werden.

 

Problematisch ist bei diesem Vorgehen nur, dass es auch zur Blockade von Seiten einer gesperrten Domain kommen kann, die keine illegalen Inhalte aufweisen. Wenn beispielsweise bei der russischen Wikipedia nur ein Artikel mit illegalen Inhalten auftaucht, könnte es passieren, dass die gesamte Wikipedia gesperrt wird. Außerdem meinen Kritiker auch, dass dieses Vorgehen ohnehin nicht geeignet ist, um effektiv gegen illegale Inhalte im Internet vorzugehen, da die Betreiber geblockter Seiten einfach auf andere Domains/IPs umsteigen könnten.

 

Wie auch schon bei diesbezüglichen Protesten in der Vergangenheit blieb auch diese nicht ohne Wirkung: Ein Mitglied der russischen Regierung äußerte dass, wenn protestiert wird, wohl noch Optimierungsbedarf bei dem Gesetz besteht. Erwähnenswert ist weiterhin, dass nicht nur Wikipedia protestiert, sondern auch Bürgerrechtler und russische Internet-Provider.

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